Buenos Aires 2.0 – Tigre

Mein kurzer Zwischenstopp in Buenos Aires hat sich eindeutig gelohnt, denn am ersten Tag hatte ich das Glück einen guten Freund wieder zu sehen. Marvin habe ich in Valparaiso kennengelernt und dann waren wir einige Wochen zusammen in Pichilemu. Sein Südamerika Abenteuer (und das war es wirklich! Er hat seine Kreditkarte am zweiten Tag in Südamerika verloren und musste einen Trekk in Patagonien mit einem verstauchten Handgelenk zu Ende bringen) hat in Buenos Aires angefangenen und vor einigen Tagen dort auch wieder geendet. Eine bekannte Person wieder zu sehen und seine Geschichten zu hören war echt schön – mittlerweile stört es mich am langen Reisen ein bisschen, dass man zwar viele sehr verschiedene und interessante Leute  kennen lernt aber da alle irgendwann weiter reisen keine wirkliche Beziehung oder Freundschaft zu ihnen aufbauen kann.

Am zweiten Tag habe ich dann einen Ausflug nach Tigre gemacht. Dies ist eine relativ kleine Stadt in der Nähe von BA, welche an dem Delter des Rio Paranà grenzt.
Erreicht habe ich die Stadt mit einem Zug, was in Argentinien schon etwas Besonderes ist!
Vor Ort gab es dann leider weniger zu sehen als gedacht. Ich war in einem ziemlich schlechten Museum über Marte und habe eine kleine Bootsfahrt auf dem Delter gemacht.

Honig, soweit das Auge reicht

In einer etwas abgelegenen Nachtbarschaft von Cordoba habe ich eine Familie gefunden (über workaway), welche Imker sind und passendes Zugehör zum Halten von Bienen und dem Produzieren von Honig und seit neustem auch Gelée Royale (Bienenköniginnenfuttersaft, welcher super gesund sein soll) verkaufen.

Als ich am Sonntag Vormittag bei Adrian (Argentinier) und Julia (Russin) ankam wurde ich super freundlich empfangen und direkt zum Familien BBQ aufs Land eingeladen. Dort haben Adrians Eltern nämlich ein Ferienhaus, direkt am Fluss, mit Pool und Pferden.
Neben dem Essen (Rinder- und Schweinefleisch, Darm, Leber und Würstchen), welches unerwarteter Weise super lecker war, haben wir Tischtennis und Fußball gespielt. Zum Baden ist es leider schon zu kalt.
Dabei kam ich mir ein bisschen wie beim Babysitten vor, denn Adrians achtjährige Tochter Lore war auch dabei.

Am Montag wurde mir dann das Geschäft der Familie gezeigt. Im Lager befinden sich auch alle möglichen Maschinen zur Herstellung der Bienenhäuser sowie zur Gewinnung von Honig.
Dies haben wir dann auch gemacht: Obwohl es schon ein bisschen spät für Honig ist hat Adrian noch ein paar volle Waaben gefunden, diese mussten wir mit einem heißen Messer aufschneiden und dann in eine Zentrifuge geben, wodurch der Honig heraus geschleudert wird und wir diesen in kleine und große Gefäße um Verkauf füllen konnten.

Da der Winter (in Argentinien bedeutet das kein Regen und gemäßigte Temperaturen um die 10 Grad) vor der Tür steht produzieren die Bienen keinen Honig mehr. Darum mussten wir die Bienenhäuser auf die Kälte vorbereiten. Dazu sind wir in voller Imker-Montur (Anzug, Stiefel und Helm), um nicht gestochen zu werden, zu den Bienen gegangen, haben die Häuser geöffnet und eine Kälte-Schutzfolie sowie Nahrung in den Kästen deponiert. Dabei sind uns die bis zu 4000 Bienen die in einem Haus wohnen entgegen geflogen oder saßen ruhig auf ihren Waaben – je nach Art reagieren sie sehr unterschiedlich..


Damit sie nicht verhungern werden sie gefüttert, dafür haben wir „Kekse“ aus Honig, Pollen und Mehl gebacken, welche dann von den Imkern einfach in die Häuser gehangen werden können.

Am Dienstag Abend bin ich dann mit eunem Nachtbus 8 Stunden zurück nach Buenos Aires gefahren, um von dort aus in einigen Tagen auf eine kleine Farm zu fahren und dort mit den Tieren und Pflanzen zu helfen.
Der Abschied von der Familie in Cordoba und den anderen Voulunteeren die dort mit mir gelebt und gearbeitet haben ist mir schon schwer gefallen – es erstaunt mich immer wieder wie schnell man (ich) beim Reisen Leuten wirklich nahe kommt und wie schwer der Abschied dann häufig fällt.

 

Oster-Wochenende

Ostern wird hier nicht nur am Wochenende gefeiert sondern eine ganze Woche lange, diese wird „Semana Santa“ (Heilige Woche) genannt. Und das Feiern besteht eigentlich darin nicht zu arbeiten, in den Urlaub zu fahren, zu grillen und Wein/Fernet zu trinken.
Am Samstag geht man dann wohl in die Kirche, so auch wir. Wir sind zu einer Freiluftkirche gefahren, wo Leute zur Heiligen Marie beten und Schilder an die Felswand pinnen, wenn ihr Anliegen/Wunsch erfüllt wurde.

Über das lange Oster-Wochenende sind wir nach langem Hin und Her, was das Ziel angeht, in den Nationalpark „El Condorito“ (Der kleine Kondor“) gefahren.
Natürlich haben wir die großen Vögeln auf unserer 5 stündigen Wanderung gesehen.

Danach sind wir zum Wochenende Haus der Familie gefahren, haben gegrillt und die Nacht dort verbracht. Am nächsten Morgen sind wir dann in dem nahen Fluss schwimmen gegangen und auf einen Berg gelaufen von dem man über die ganze Landschaft gucken konnte. Das war super toll.


Zur Stärkung gab es danach natürlich ein Asado (Grillen) mit allem drum und dran: verschiedenstes Fleisch, Würstchen und auch Organe dürfen nicht fehlen, Pizza, Salate, Brot, Kartoffeln und Bier.

Etwas Unerfreuliches ist dann noch am Nachmittag passiert, da der Familien Hund als die Tochter mit ihm angeln gehen wollte von drei großen Hunden attackiert und gebissen wurde. Zum Glück hat Adrian relativ schnell (für Ostersonntag) einen geöffneten Tierarzt gefunden, der ihn operiert hat. Mittlerweile geht es ihm wohl schon wieder ganz gut,

Cordoba

Nach meinem Aufenthalt in Rosario bin ich problemreich (Bus verpasst, keine Taxis und fast das Hostel nicht gefunden) nach Cordoba, die zweit größte Stadt Argentiniens, gefahren.

Auch in Cordoba ging es holprich weiter: Ich wollte einen Naturschutzpark besuchen, die Busse sind jedoch wegen einem Feiertag nicht gefahren. Eine Stadtführung habe ich verpasst, da mein Hostel-Besitzer über die Zeiten falsch informiert war und geregnet hat es auch noch.
Das einzige was meinen Aufenthalt gerettet hat waren Churros <3
Diese habe ich auf einem Handwerks-/Flohmarkt gefunden.

Ein sehr interessantes Museum, in dem argentinische Künstler ausstellen habe ich auch noch per Zufall gefunden. Und eins weiß ich jetzt: Die Argentinier sind echt kreativ!
Ob es nun moderne Strichzeichnungen, Vogelkäfige mit Wellensittichen die durch ihre bloße Präsenz Kunst kreieren, nackte Körper in allen Möglichen Abbildungen sind oder komische Figuren sind.

Rosario

Nachdem es mir in Buenos Aires nicht so gut gefallen hat (bis auf das Nachtleben) war ich ganz froh, dass ich am Freitag weiter nach Rosario (gut 4 Stunden nördlich) gefahren bin.
In der dritt größten Stadt wurde … von … die Nationalflagge Argentiniens entworfen. Kein Wunder also, dass es eine große Flagge, ein Denkmal und einen Park zu Ehren dieser und der Erfinder durch viele Denkmäler geehrt wird.

Viel mehr gibt es in Rosario leider dann auch nicht mehr zu tun, da ich aber in einem Hostel gearbeitet habe musste ich noch ein bisschen Zeit dort verbringen. Deshalb bin ich viel durch die Stadt gelaufen, war nach langer Zeit mal wieder shoppen und habe einen Ausflug mit dem Fahrrad zur Rosario-Viktoria Brücke gemacht, welche zu den Sehenswürdigkeiten hier gehört.

Ich hatte das Gefühl, hier in der Studenten- und Arbeiterstadt, das richtige Argentinien sehen zu können: Relativ weit ab vom Massentourismus (in Patagonien und Buenos Aires) leben die Leute ihr Leben, mit Mate-Becher und Thermoskanne um das Tee-Getränk aufzugießen wird sich am Fluss getroffen, Musik gemacht, gegessen (vorzugsweise Fast-Food, vegan und ökologisch ist unter den vielen „Hippies“ auch stark verbreitet) und viel geredet und gelacht.
Natürlich muss auch gearbeitet werden – dies jedoch relativ entspannt und mit ausgedehnter Mittagspause, in der man zusammen mit den Kollegen draußen essen geht.

Super Pancho

Typisch für Argentinien? Fleisch auf dem Grill und ein paar Flaschen Wein daneben.

Doch da man leider nicht den ganzen Tag nur Grillen kann (nichtmal die Argentinien) wird naturlich auch an und zu mal was anderes gegessen. Neben italienischen Essen findet man über all auch Hot Dogs – oder so was ähnliches.

Hier heißen sie Panchos und sind circa 35cm lang und werden mit allem Möglichem gefüllt. Naturlich darf erstmal nicht die schon pinke Bockwurst fehlen. Das war es dann aber auch schon mit der Ähnlichkeit zu unserm Hot Dogs. Denn hier kommt nicht etwa Mayo, Ketchup, Röstzwiebeln und Gürkchen dazu sondern Oliven, gebratenes Gemüse, Kartoffelchips und eine breite Variation an Soßen (von den normalen über scharf, würzig und süß bis zu Pesto).

Eine ziemliche Geschmacks-Explosion, wenn man es hin bekommt von allen der selbstgewählten Zutaten etwas zu erwischen.

Das chilenische Äquivalent – ein Completo. Bestehend aus einem Hot Dog, gefühlt einer ganzen Avocado, Sauerkraut-Salat und naturlich Soßen.

 

Empandas und Wein…

… verfolgen mich regelrecht seit dem ich Bolivien verlassen und Chile betreten habe.

Doch auch in Argentinien findet man beides eigentlich überall und sogar ziemlich günstig. So zahlt man für die mit allem Möglichen (Hünchen, Fleisch, Käse, Meeresfrüchte oder auch vegetarisch) gefüllten Teigtaschen zwischen 1 und 3 €, je nach Größe und Inhalt. Auch (relativ guten!) Wein bekommt man sogar im Restaurant für unter 5€ die Flasche.

 

 

La Bomba de Tiempo

Buenos Aires hat eine sehr große Kunst und Musik Szene. So finden fast täglich irgndwo in den Studenten Gegenden Konzerte statt. Die Musik variiert dabei von Lateinamerikanischen Salsa oder Reggeton Rhytmen über Klassisches hin zu Ausgefallenem und Exotischem.

Natürlich konnte ich es mir nicht entgehen lassen auch eines dieser Konzerte zu besuchen, so bin ich mir einer kleinen Gruppe von Leuten aus meinem Hostel zur Show der Zeitbombe („Bomba de Tiempo“) gegangen. Dies ist eine Gruppe von Freunden die wöchentlich ein „Trommel-Konzert“ geben, inspiriert durch die afrikanischen Einwanderer und alles improvisiert.

 

Buenos Aires

Mein Start in der Hauptstadt Argentiniens war ein bisschen holprig – als Mama da war hatten wir irgendwie mit allem Pech: dem Essen, dem viel zu warmen Wetter, Stadtrubdfahrten und Taxis. Buenos Aires hat uns dementsprechend nicht so gut gefallen.

Diese Ansicht hat sich in der letzten Woche in der ich wieder alleine am reisen war geändert. BA (Abkürzung für Buenos Aires) hat super viele und total unterschiedliche Nachtbarschaften in denen es neben Märkten, alten im französischen Stil erbauten Häusern und vielen Parks auch viel Staßenkunst und -musik entdecken kann.

Eine Besonderheit der Stadt ist mit Sicherheit das Essen – denn anders als gedacht wird nicht (umbedingt) täglich ein Steak gegessen sondern hauptsächlich Empanadas und Pizza!!

Obwohl BA eine riesige Stadt ist und ich mit Sicherheit nicht mal annähernd die Hälfte gesehen habe bin ich jetzt schon froh wieder in eine etwas übersichtlichere Stadt zu gehen – Rosario.