Kreuzfahrt durch Patagonien

Unsere Kreuzfahrt begann am Donnerstag vor zwei Wochen Valparaiso. Nachdem wir mit reichlich Verspätung (in Chile haben die Hafenarbeiter gestreikt) auf dem Schiff waren und dieses abgelegt hatte ging es Richtung Süden: nach Patagonien.
Den Tag verbrachten wir, ohne Stopp, auf rauer See. Als wir dann am Samstag in Puerto Montt anlegten war besonders Mama froh wieder festen, nicht wackelnden Boden unter den Füßen zu haben.
Nachdem wir mit Tenderbooten in dem Hafen der kleinen Stadt angekommen waren ging es direkt weiter auf einen organisierten Ausflug. Während diesem haben wir an beeindruckenden Stromschnellen, Vulkanaussichtspunkten und immer mal wieder am dritt größten See Südamerikas, dem Esmeralda See, halt gemacht. Richtig bewundern konnten wir dies jedoch erst nach dem kurzen Mittagsstopp, als die Regenwolken sich endlich verzogen hatten und die Sonne zum Vorschein kam.

Am nächsten Tag sind wir in Puerto Chachabuko angekommen und haben an einem Ausflug, geführt durch eine Schweizerin, teilgenommen. Nicht nur an der Herkunft unseres Guides sondern auch an vielen kleinen weiteren Hinterlassenschaften erkennt man den Deutschen Einfluss, den die vor allem im zweiten Weltkrieg Ausgewanderten. auf diese Region im Süden Chiles: So gibt es zum Beispiel überall Kuchen (auch so im Spanischen genannt) zu kaufen, deutsche Schulen und Unternehmen (vor allem Brauereien) mit deutschen Namen.
Das Highlight des Ausflugs war ein Spaziergang durch den kalten Regenwald, entlang eines relativ großen Flusses und umgeben von den Ausläufen der Anden.
Auch einen Wasserfall und die größte Hängebrücke Chiles haben wir besucht.

An den folgenden zwei Seetagen haben wir viel gegessen, getrunken und geschlafen. Auch die Shows, welche auf dem Schiff abends angeboten werden haben wir uns -teilweise- angeschaut, zumindest die die uns neben Elvis und den Beautels Covern oder Zauber-Vorführungen gefallen haben.
Während der Fahrt durch die chilenischen Fjörde und der Magellan-Straße wurden wir ordentlich durch geschüttelt.

Doch die Fahrt hat sich gelohnt, denn wir kamen in Punta Arenas an, von wo aus wir mit einer Fähre auf die Magdalena-Insel gefahren sind um Pinguine zu sehen.
Die dort lebende Art sind die Magellan Pinguine, welches glaube ich auch die bei uns im Zoo sind. Diese haben überall in dem kleinen Naturschutzgebiet ihre Höhlen gebuddelt, in denen sie wohnen und Schutz suchen.
Zu erst waren Mama und ich ein bisschen überrascht/besorgt, da viele der Tiere ihre Federn verloren haben und dadurch ziemlich gerupft und krank aussahen. Doch wie wir später erfuhren ist dies ganz normal, denn die Jungtiere verlieren bevor sie zum ersten Mal selber fischen gehen ihre ganzen „Baby-Federn“, denn diese sind zwar besonders warm, nehmen aber auch viel Wasser auf – also eher kontraproduktiv zum Schwimmen.
Auf dem Rückweg zum Hafen habe ich noch Delfine neben dem Boot schwimmen sehen.

Am nächsten Tag stand der erste Stopp in Argentinien an: Ushuaia. Dort haben wir uns ein Taxi gemietet und den Nationalpark „Tierra del Fuego“ (Feuerland) besucht. Neben einer schwarzen, grünen und „normal blauen“ Lagunen, einem großen See mit ordentlichem Wellengang haben wir auch an dem südlichen Postamt der Welt haltgemacht und ein paar Grüße in Richtung Heimat geschickt.
Die Natur auf dieser Seite der Anden (Gebirgskette in Südamerika) unterscheidet sich deutlich von der die wir bisher gesehen haben. Während wir zuvor durch Regenwälder und üppig bewachsene Wiesen und Felder gelaufen beziehungsweise gefahren sind ist auf der Argentinischen Seite Patagoniens alles eher kahl und trocken – hohe Berge gibt es aber immer noch.
Das liegt wohl daran, dass der West-Wind, welcher die Regenwolken (des Meers) bewegt, diese nicht über die Anden bläst sondern in Chile lässt, wo diese dann abregnen. Dadurch regnet es in vielen Gebieten Argentiniens gerade Mal 100ml pro m³.

Nach einem weiteren Seetag kamen wir in Großbritannien an – nun ja fast. Genauer gesagt auf den Falkland Inseln, welche nach einem Krieg im letzten Jahrhundert (Großbritannien gegen Argentinien) immer noch eng an die Siegermacht gebunden sind, gerade im Gesundheits- und Bildungssystem sowie der Außenverteidigung/dem Militär. Ansonsten ist die Inselgruppe jedoch autonom.
Unser Ausflug hier war ein reines Abenteuer: Zunächst mussten wir 20 Minuten im kleinen (wackeligen) Tenderboot vom Kreuzfahrtschiff an Land übersetzten, danach ging es gut zwei Stunden im Geländewaagen jenseits von Straßen zum Volunteers-Point, wo wir auch noch aufpassen mussten nicht von Pinguinen umgelaufen zu werden. In diesem Naturschutzgebiet, direkt am Meer, hausen nämlich drei (sehr aktive) Arten von Pinguinen: Magellan, Gento und sogar Königs Pinguine. Letztere hatten sogar Küken und teilweise waren sie auch noch am brüten der Eier.
Nachdem wirr eine gute Zeit dort verbracht hatten und den Pinguinen beim Schwimmen und herum Wackeln zugesehen haben ging es wieder zwei Stunden über die Hügellandschaft zurück zum Hafen. Dabei durfte natürlich das ultimative Off-Roud Erlebnis nicht fehlen: Sich Festfahren. Aber da das auf den matschigen Pfaden zur Normalität gehört wurde kurzerhand von einem anderen Fahrer unserer Karawane ein Seil aus dem Kofferraum geholt, an den Autos befestigt und Gas gegeben – alles keine große Sache.

Als nächstes legten wir in Puerto Madrin (Argentinien) an. Mit einem Kleinbus ging es in Richtung der Halbinsel Valdes – auf der wir nicht nur Pinguine (schon wieder) zu sehen bekamen sondern auch Seelöwen und ziemlich faule Seeelefanten lagen an den Stränden des naturschutzgebietes herum.
Außerdem hatten wir wohl ziemliches Glück, da wir auf der Fahrt zu den jeweiligen Aussichtspunkten viele andere Wildtiere gesehen haben: viele Herden von Guancos (eine Art Lama), eine kleine Straußen Art und sogar Gürteltiere haben unseren Weg gekreuzt.

Um ein weiteres Land in die Reise mit einzubauen haben wir an einem der letzten Tage der Kreuzfahrt halt in der Hauptstadt Uruguays gemacht – Montevideo. Nach einem Stadtrundgang, auf dem wir viel über das Land erfahren haben (das wichtigste – und einzige – ist wohl der Fußball und das Rindfleisch!), sind wir auf einen Markt gegangen und haben uns ein typisches Gericht gegönnt: Steak vom Grill.
Obwohl wir durch das Essen des Batzen Rindfleischs schon einen der wichtigsten Schritte zur Einbürgerung in Uruguay (was wohl ziemlich leicht ist, da das Land nur aus Einwanderern besteht nehmen sie wohl so gut wie jeden auf ohne große demokratische Schritte) hinter uns gebracht haben, haben wir jedoch die wichtigste Sache verpasst: Mate trinken. In der Stadt läuft nämlich fast jeder mit einem typischen Mate-Becher und einer Thermoskanne durch die Gegen, um immer das Nationalgetränk griffbereit zu haben.

Unser letzter Stopp war Buenos Aires – die Hauptstadt Argentiniens. In der prompt DAS Fußballspiel stattfand: Argentinien gegen Chile. Die ganzen Fans waren in der Stadt unterwegs und verbreiteten gute Stimmung, jedoch führte dies dazu, dass die Stadt ganz schön chaotisch und überfüllt war. Zu allem Überfluss mussten wir Abends noch zurück zum Schiff laufen, da kein Taxi zu finden war.
Auch der nächste Tag war nicht weniger chaotisch: Auf Grund einer riesigen Demonstration in der Innenstadt konnten wir unsere Stadtrundfahrt vom vorherigen Tag nicht weiter fortführen. Aber zum Glück hatten wir ein schönes Hotel mit Pool, wo wir uns dann noch ein bisschen entspannt haben bevor wir typisch argentinisch Steak essen gehen wollten. Jedoch bekamen wir „nur“ eine Grillplatte mit Schweinefleisch, Würstchen und reichlich Innereien. Wie es scheint ist Buenos Aires nicht so unsere Stadt.
Dennoch hat uns die Stadt an sich gut gefallen: In der Innenstadt gibt es zahlreiche im französischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts erbaute Häuser, welche teilweise direkt neben modernen Wolkenkratzern stehen. Im Künstlerstadtteil Palermo haben wir uns die bunt angemalten und verzierten Wellblechhäuser sowie Tango Tänzer in den vielen Cafés angeguckt. Auch der Friedhof in Recoleta durfte nicht fehlen, hier haben reiche Familien ihre Verstorbenen in Gruften die teilweise so groß sind wie Wohnhäuser begraben lassen.

Santiago

Die Hauptstadt Chiles – Santiago – durfte auf meiner Reise natürlich auch nicht fehlen. Nicht nur weil ich einigen Freunden versprochen hatte sie dort zu besuchen sondern auch weil Mama am 05.02 dort angekommen ist.

Nachdem ich sie am Flughafen abgeholt habe und wir ins Hostel (Doppelzimmer mit eigenem Bad – ist schon etwas angenehmer als ein 12 Mann-Dorm) eingecheckt hatten haben wir einen typischen Burger gegessen und den Tag mit ein paar chilenischen Cocktails ausklingen lassen.
Am nächsten Tag haben wir einen Stadtrundgang mitgemacht und sind danach mit einer Gondel auf einen Berg hoch gefahren um über die ganze Stadt zu schaun.

Am Dienstag ging es dann weiter nach Valparaiso, wo am Donnerstag unser Kreuzfahrtschiff Richtung Patagonien ablegen wird.

Tschüss Pichilemu

Nach gut drei Wochen in Pichilemu, in denen ich im Hostel gearbeitet habe, viel am Strand und am feiern war, bin ich Ende Februar nach Santiago – die Hauptstadt Chiles – gefahren.
Dies ist mir gar nicht mal so leicht gefallen, da ich in Pichilemu super nette Leute kennengelernt habe und mir die Stadt sowie das „Arbeiten“ dort echt gut gefallen haben.
Trotzdem bin ich nun ganz froh wieder am Reisen zu sein.

Strand, Sonne und Meer

So, dann melde Ich mich auch mal zurück – undzwar aus Pichilemu. Das ist eine kleine Küsten Stadt gut 3 Stunden südlich von Santiago und nicht zu letzt wegen drei nah gelegnene super Surfspots bekannt – mit richtigen Wetterverhältnissen kann man hier wohl einige der größten Wellen der Welt surfen. Aber ich nicht – mir Reichen die kleinen volkommen …

Neben surfen und am Strand relaxen arbeite ich in einem echt tollen Hostel: direkt am Strand, mit Pool und super coolen Mitarbeitern/Chefs/Kunden, mit denen wir auch gerne mal feiern gehen.

Motto Party in unsrem Lieblings Club..anw

 

Valparaiso

Da ich den Bus nach Salta nicht bekommen habe musste ich (vorerst) den Norden Argentiniens von meiner Reiseroute streichen und habe nun mehr ungeplante Zeit hier in der Region.
Da Mama mich in gut 4 Wochen in Santiago de Chile (gut 1,5 Stunden von Valparaiso) besuchen kommt versuche ich gerade noch ein paar Stops/Städte hier in der Gegend zu suchen die ich besuchen kann.
Bis ich was gefunden habe genieße ich die Zein in der von UNESCO geschützten Stadt, bewundere die einfallsreichen Graffitis und Kunstwerke in der ganzen Stadt, fahre an den Strand und rege mich über den blöden Wechselkurs von 1 Euro zu knapp 700 chilenischen Pesos sowie die ungewohnt hohen Preise auf.

Chilenisches Geld- 20000$ keine große Sache…

Winterfeeling auf Huayna Potosi

Bolivien ist bekannt für Berge, Salteñas, die Salzseen bei Uyuni und den Regenwald, aber bestimmt nicht für Wintersport.
Doch ganz in der Nähe von La Paz ist dies möglich denn das Zongo-Valley ist so hoch gelegen, dass die Temperaturen selten über 3°C steigen, es einige (schmelzende) Gletscher gibt und regelmäßig Schnee fällt. Perfekt also zum Ski fahren oder aber um den 6.088 Meter hohen Berg Huayna Potosi zu erklimmen.

Und genau das hatte ich mir vorgenommen: Am Dienstag Morgen sind mein Guide und ich (da kurzfristig ein anderer Teilnehmer abgesprungen ist hatte ich eine Einzeltour) samt ganzer Kletterausrüstung und warmen Klamotten also in Richtung des Nationalparks gefahren.
Im Basecamp, auf 4100 Metern über dem Meeresspiegel angekommen gab es ein frühes Mittagessen bevor wir uns auf den Weg zum Gletscher gemacht haben, dort habe ich das Laufen und Klettern auf Eis gelernt. Das ist gar nicht mal so schwer wie ich gedacht hatte, zu mindestens nicht mit Eisaxt und Spikes unter den Plastik Skischuhen.

Meine ersten Kletterversuche – sieht höher aus als es tatsächlich war…

Am nächsten Morgen ging es dann ins auf 5100 Metern gelegne Highcamp. Dort gab es nicht wirklich was zu tun, weshalb wir die Zeit bis zum Schlafen gehen (um 18.00) mit Coca-Tee trinken (der hilft gegen Kopf- und Magenschmerzen, welche viele in der Höhe bekommen), Essen, Karten spielen und Schneemann bauen verbracht haben.
Im der Höhe und zu einer so frühen Zeit einzuschlafen fiehl mir sowie den anderen, die auch am nächsten Tag den Berg besteigen wollten, gar nicht mal so einfach.
Aber es hilf alles nichts, schließlich mussten wir um Mitternacht Aufstehen um gegen 1.00 los zu laufen.
Laufen – das hat Zumindestens der guide gesagt. So ganz stimmte das aber nicht. Es war eher klettern und wenn es mal nicht so steile Abschnitte gab waren die auch nicht gerade einfach zu laufem, denn das Ganze fand nicht nur auf über 5000 Metern statt, es hatte auch noch über Nacht 20 cm Neuschnee gegeben in dem wir versunken sind.
Also wir die Hälfte des Trekks erreicht hatten, wo wir eine steile Gletscher Wand hochklettern mussten, kamen wir in einem Schneesturm, der immer stärker wurde und wir deshalb bei circa 3/4 der Strecke nicht mehr weiter könnten und umdrehen mussten.
Das hat unsere Stimmung ziemlich runtergezogen. Aber trotzdem war es ein super tolles und mega anstregendes Erlebnis 4 Stunden bei Dunkelheit einen Berg mit 20cm Neuschnee hoch zu laufen/klettern.

Eben dieser Schnee hat auch unsere Rückfahrt verzögert, da das Auto sich andauerten fest gefahren hat oder auf der engen Straße abgerutscht ist.

Meine Rückker nach La Paz

Nach meinem kurzen Aufenthalt in Copacabana bin ich direkt nach La Paz weiter gefahren, in die Stadt in der ich vor ziemlich genau 3 Jahren für 3 Monate bei meiner Gastfamilie gewohnt habe.

Natürlich habe ich Martinez besucht, in ihrem neuen Apartment, welches zentraler als das Haus in dem ich damals gewohnt habe, ist.  Es war echt schön die Familie wieder zu treffen und (vorallem von den Eltern) mit offenen Armen empfangen zu werden.  Obwohl die Familie umgezogen ist, Mariana studiert und ihre Schwester angefangen hat zu arbeiten fühlt es sich nicht so an als hätte sich viel verandert, die beiden Schwestern streiten immer noch, es werden viele Filme geguckt und ihre Ess- und Konservationsgewohnheiten sind immer noch die selben.

Aber La Paz hat sich für mich total verändert, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass mein Hostel im Zentrum liegt und nicht in der Reichengegend in der Martinez wohnen. Dadurch lerne ich eine ganz andere Stadt kennen: die ganzen Sehenswürdigkeiten, die mit Touristen überlaufenen Straßen und Tour Agenturen sowie das Zentrum an sich (welches ich damals kaum besucht hatte) mit all seinen Clubs und Bars. Außerdem wurde in den letzten Jahren der Teleferico (Gondeln als öffentliches Verkehrsmittel) gebaut, mit welchem man unkompliziert und schnell die Stadt im Tal durchqueren kann.

Der Teleferico fährt bis nach El Alto (der höher gelegene und eher arme Stadtteil Boliviens Regierungssitzes), dort finden zwei mal wöchentlich das  „Cholita Wrestling“ statt. Eine Veranstaltung in dem die Einheimischen Frauen (traditionell mit weitem Rock und Hut) gegeneinander und gegen Männer kämpfen, alles gestellt und einstudiert, um sich zu beweisen.

Lago Titikaka

Während meiner Reise durfte natürlich auch ein Aufenthalt in Puno, der kleinen Stadt am Titikaka-See, nicht fehlen.

Der See ist für seine vielen (teilweise schwimmenden aus Schilf gebauten) Inseln bekannt.  So bin ich also Mittwoch morgen mit dem Nachtbus aus Cusco angekommen und direkt aufs Schiff gegangen um eine mir die selbstgebauten Uros sowie zwei weitere Inseln anzuschauen und auf einer von ihnen bei einer lokalen Familie zu schlafen.

Zunächst auf den floßähnkichen Inseln zu stehen und von den Einheimischen in einem selbst gebauten Boot über den See gefahren zu werden und dann etwas über die ganz verschiedenen Kulturen und Traditionen der Bewohner zu lernen war echt interessant. So stricken auf einer der Inseln zum Beispiel alle Männer während die Frauen kochen oder die Wolle herstellen.

Am zweiten Tag hatten wir Glück, denn auf der Insel auf der wir übernachtet haben gab es ein großes Fest. Zu dem sind alle zu dem höchsten Punkt der Insel gelaufen um dort in traditioneller Tracht ein Ritual abzuhalten. Dazu wurde der platzierte mit einem bestimmten Rauch gereinigt und dann eine Flüssigkeit aus verschiedenen fermentierten Pflanzen versprüht. Danach mussten sich alle drei Coca-Blätter heraussuchen und diese Zu dem Schamanen bringen, welcher diese auf eine bestimmte Art den Göttern geopfert hat. Dafür durfte man sich dann etwas wünschen.

Nach dem Ritual haben typisch, im freien Mittag gegessen: verschiedene Sorten von Kartoffeln, Bohnen und Mais.

Der Rückweg war auch sehr sehenswert, der See ist nämlich an sich schon echt schön anzusehen – noch toller sieht es aber bei Sonnenuntergang aus.

Zum Abendessen habe ich mich mit den Leuten von der Tour getroffen und wir haben frisch gefangene Forelle aus dem See gegessen. Nach einer entspannten Nacht (Einzelzimmer im Hotel) ging es für mich weiter nach Copacabana wo ich einem schönen Nachmittag mit herumlaufen und dem besteigen eines Berges um die schöne Aussicht zu genießen verbracht habe.

Zuvor musste ich aber die Grenze von Peru nach Bolivien überqueren – eigentlich kein Problem. Aber da ich länger als die vorgeschriebenen 90 Tage in Peru war musste ich pro Tag den ich länger da war 1$ bezahlen. Dies musste ich in cusco machen und da ich dort noch nicht genau wusste wann ich Ausreise habe ich einfach mal geschätzt. Nun wollte ich Das Land einen Tag früher verlassen, was der Beamte an der Grenze gar nicht verstehen konnte und mit erst keinen Ausreise Stempel geben wollte, da ich ja für einen Tag länger bezahlt hatte. Nachdem er aber 20 Minuten mit jemandem telefoniert und mir und dem Bus-Guide gefühlte 100 mal das gleiche erzählt hatte (ich könnte mich ausreisen da ich für einen Tag länger bezahlt habe) gab er mir dann den Stempel und ich könnte ohne weitere Probleme nach Bolivien einreisen.

Nun ist meine Zeit in Peru also zu Ende. Ich war insgesamt 114 Tage dort, habe 16 Städte besucht, nette Leute kennen gelernt, viel erlebt und insgesamt 143 Stunden (das sind knapp 6 Tage!) im Bus gesessen. Trotz einiger Tiefen, Missverständnissen und Problemen habe ich meine Zeit in diesem so vielseitigen Land sehr genossen. Bin nun aber auch froh ein neues (und trotzdem bekanntes) Land kennen zu lernen, eine andere Kultur zu erkunden und  etwas neues zu erleben.

Nun bin ich in La Paz und treffe mich morgen Mittag mit meiner alten Gastfamilie Zum Mittagessen. Ich bin schon super gespannt wie das so ablaufen wird – ob sie sich verändert haben und alles wieder zu sehen.

 

 

Europäer inmitten der Inka – Tourismus in Peru

Peru ist eins der günstigsten Länder zum Reisen in Südamerika. Viele archäologische Stätte, Museen sowie die unterschiedlichen Landschaften locken viele Reisende in dieses so vielfältige Land, welches viel mehr als Machu Picchu und Meerschweinchen auf dem Teller zu bieten hat.

So auch mich. Mein relativ langer Aufenthalt im noch eher untouristischen Norden Perus (immerhin 2 Monate) hat mich begeistert: Die Menschen sind (meistens) super freundlich, hilfsbereit und viele leben/kleiden sich noch sehr nativ.
Das von Reis und Hühnchen geprägte Essen schmeckt super, wenn man sich an drei Mahlzeiten mit Reis und Bohnen gewöhnt hat. Überall auf der Straße werden kleine Snacks super günstig verkauft.
Die Landschaft Perus reicht von Küste und Wüste über Gebirge bis zu westlichen Metropolen.
Neben den Inka haben viele weitere Kulturen, sowie die Spanier, viel Kultur und Gebäude/Ruinen hinterlassen.

Als ich den Norden Perus verlassen habe und nach Lima gegangen bin hatte ich einen kleinen Kulturschock: Alles war viel beschäftigter, größer und unpersönlicher. Die Leute erschienen mir unfreundlicher und die Stadt weniger zugänglich.
Dieses Gefühl wurde noch verstärkt als ich über die sehr touristischen Städte (Paracas und Huacachina) nach Cusco gereist bin.
man merkt, wie abhäng und  die Leute vom Tourismus sind, und trotzdem ist alles unpersönlicher, obwohl die Mehrheit der Bewohner vom Tourismus lebt behandeln sie die Ausländer nicht unbedingt nett.
Ich hatte sehr oft das Gefühl, dass die Einheimischen sich nur traditionell kleiden und Lamas oder Lämmer für Fotos durch die Gegend schleifen um Geld von den Touristen zu bekommen, nicht weil es tatsächlich ein Teil ihrer Kultur ist.
Außerdem ist alles viel teurer. Das ist mir besonders hier in Cusco aufgefallen.

Während ich in Cajamarca und Chiclayo mit offenen Armen empfangen und von Familien zum Essen eingeladen wurde wollen die Einheimischen in Cusco so wenig wie möglich mit den Touristen zu tun haben, außer sie können uns mit hohen Preisen und schlechten Service über den Tisch ziehen.
Auch Englisch war den Leuten im Norden geläufiger als hier, obwohl es in Cusco sehr viele Touristen gibt die kein Wort Spanisch sprechen. Generell finde ich die Tour-Guides im Norden besser informiert und freundlicher.

All dies hat meine Begeisterung von Peru ein bisschen getrübt, warum ich mich jetzt auch umso mehr freue nach Bolivien und später nach Chile zu reisen. Ich hoffe dort nochmal die Möglichkeit zu bekommen mich in das Land (mit Kultur, Menschen und Landschaft) zu verlieben, wie es im Norden der Fall war.

In Peru habe ich nun zusätzlich die Möglichkeit bekommen den Tourismus aus einer anderen Perspektive zu sehen, durch das Arbeiten im Hostel in Cusco und im Park/Hostel in der Nähe von Machu Picchu. Dort habe ich mitbekommen wie egal es den Angestellten meistens ist, wie es den Touristen/Kunden geht, Hauptsache sie bezahlen.
Obwohl ich diese Einstellung schon einige Male bevor ich in Cusco angekommen bin gemerkt habe dachte ich doch immer, dass die Angestellten nur einen schlechten Tag hatten oder es ein Einzelfall ist. Doch ich muss sagen, dass mir das im Süden immer öfter passiert ist.
Dieses Vorkommen kann ich mir jedoch nicht richtig erklären, klar die Touristen bringen Geld mit sich und da die Mehrheit der Peruaner noch immer ziemlich arm ist sehen sie die Möglichkeit ihr Leben durch uns ein bisschen zu verbessern, indem sie uns Unmengen an Geld für eigentlich relativ günstige Sachen bezahlen lassen (so kostet der Eintritt oft für Peruaner die Hälfte, der Zug nach Aguas Calientes weniger als 5% für Peruaner und selbst auf dem Mark bekommen Peruaner bessere Preise).
Klar durch den Tourismus verändert sich viel in Peru, es ist eine der Haupteinnahmequellen, die Kultur wird beeinflusst und viele alte Traditionen sterben aus da die Jugendlichen immer mehr wie die westlichen Touristen sein wollen. Diese Veränderung findet natürlich auch nicht jeder gut.
Darum auf Abstand zu Touristen zu gehen macht für mich ja wenigsten noch Sinn, aber uns zu beleidigen oder zu ignorieren verstehe ich nicht. Und das ist mir besonders mit Tour-Guides passiert, wenn ich Fragen zu den Sehenswürdigkeiten hatte und sie anscheinend die Antwort wussten, was ich sehr schade finde.